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Krisenkommunikation durch Dark Sites

von admin | 26. April 2010

Wer unvorbereitet in eine Krise stolpert, der darf sich nicht wundern, wenn nur noch der Feuerwehreinsatz bleibt. Vorbeugender Brandschutz  hilft dagegen mehr. Professionelle Krisenkommunikation wartet daher nicht darauf, dass das Kind erst in den Brunnen fällt. Sie beginnt schon vor dem Eintreten des Ernstfalls.

Die Risiken müssen bekannt und die Verantwortlichkeiten für den Notfall zugewiesen sein. Ein Krisenplan kann dann durch definierte Abläufe für bestimmte Szenarien die Reaktionszeiten verkürzen. Denn im Krisenfall ist Zeit die wertvollste Ressource, so Hoffmann in einem aktuellen Essay zur Krisenkommunikation.

Zeit, die nötig ist, um die eigentliche Situation zu lösen. Zeit, die vergeudet ist, wenn sie für die Erstellung von Prozessen genutzt wird, die schon lange vorher abgestimmt sein sollten.

Trotz professioneller Analyse und Planung lassen sich Kommunikationskrisen aber oft nicht vermeiden. Im Brandfall ist es also ratsam, die Löschinstrumente bereits parat zu haben. Ein solcher Feuerlöscher ist die sogenannte Dark Site, die im Hintergrund des Webbereichs auf ihren Einsatz wartet.

What is a “dark site”?
A dark site is a pre-developed, non-public Web site that can be published to the live Web in the event of a crisis.

Gerade im Online-Bereich ist es wichtig, im Krisenfall eine angemessene und positive Wahrnehmung sicherzustellen. Dass Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit, der Medien und Betroffenen muss dazu schnell und effektiv befriedigt werden. Eine offene Kommunikation braucht aber auch Kanäle, die im Fall des Falles zur Verfügung stehen. Als solche werden Dark Sites immer häufiger eingesetzt, um die Bezugsgruppen mit den für sie wichtigen Informationen zu versorgen.

Dark Sites können auf einer separaten Domain platziert werden, in die Unternehmens-Website eingegliedert werden oder diese im Bedarfsfall sogar ersetzen. Abhängig von den analysierten Risiken ist es für größere Unternehmen nicht ungewöhnlich, mehrere Dark Sites in petto zu haben. Für vorbereitete Anlässe enthalten diese bereits freigegebene Mitteilungen und Dokumente, wie etwa Pressemitteilungen, Bilder, Stellungnahmen und Hintergrundinformationen. Diese können dann schnell mit den spezifischen Details ergänzt und veröffentlicht werden.

Je mehr das Netz zum Beschleunigungsraum für Nachrichten wird und sich Journalisten bei der Recherche auf Online-Quellen beziehen, desto wichtiger wird die Rolle von Dark Sites in der Krisenkommunikation. Als Zentrum für den Dialog mit Stakeholdern, Online-Community und Medien lassen sich dort sämtliche Informationen und Kanäle (Twitter, Hotlines, Pressemitteilungen, Kontaktadressen, etc.) bündeln. Ein Ausbreiten der Krise zum kommunikativen Flächenbrand kann so unter Umständen verhindert werden.

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